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Feinstaub und OpenData – Jetzt auch in Moers!

Am vergangenen Wochenende wurde im Rahmen des Moerser Hackday ein Projekt vom Code for Stuttgart vorgestellt: Feinstaubmessung nach OpenData-Prinzip. Frank Riedel aus dem Stuttgarter Team erklärte uns in seinem 1-Stündigen Vortrag zunächst die Beweggründe für das Projekt und versorgte uns mit umfangreichen Hintergrundwissen über die Herkunft und Gefahren von Feinstaub. Im Anschluss ging es an den Zusammenbau der Feinstaubsensoren. Dank der Stadt Moers und dem Code for Niederrhein standen rund 20 Bausätze zum tüfteln bereit.

Was für ein spannendes Thema! Das Feinstaub ein so großes Problem ist, zumindest in Stuttgart ist (Stichwort: Feinstaubalarm), hätte ich nicht gedacht. Umso spannender war dann die Auseinandersetzung mit dem Thema und nun natürlich auch die selbstständige Messung im eigenen Garten. Moers ist jetzt Teil von luftdaten.info und seit dem Wochenende um knapp 20 Datenpunkte reicher.

Die Messwerte der Sensoren auf einen Blick.

Wozu das ganze?

Das Projekt aus Stuttgart hat mehrere Beweggründe. Zum einen soll ergänzend zu den Messstationen des Landes (4 Stück für ganz Stuttgart) eine breitere Messung ermöglicht werden und zum anderen sollen die Daten offen für jedermann – also OpenData – für alle Zwecke zugänglich sein. An dieser Stelle kurz der Hinweis für alle Kritiker: Der Anspruch ist es nicht mit den Messungen des Landes zu konkurrieren oder besser zu sein, sondern es zu ergänzen. Außerdem ist es wichtig zu erwähnen, dass hier durchaus brauchbare Ergebnisse rauskommen – bei diversen Tests konnte bestätigt werden, dass die Daten der Feinstaubsensoren Marke Eigenbau denen der Offiziellen sehr nahe kommen.

Die Funktionsweise des Sensors ist einfach wie genial. Ein Sensor misst die Größe des Feinstaubs in PM10 und PM2.5, ein anderer die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit. Verbunden mit dem System- und WLAN-Chip und verbaut in zwei Abflussrohr-Bögen ist der fertige Sensor nun vor Wettereinflüssen und starken Windströmungen geschützt und kann an beliebiger Stelle (optimal bis 2,5m höhe) aufgehängt werden. Mit Strom wird der Feinstaubsensor übrigens über ein handelsübliches MicroUSB Ladekabel und USB-Netzteil versorgt.

Die Einzelteile des Feinstaubsensors.

Was kostet so ein Bausatz? Wie mache ich mit?

Gute Frage! Die kosten für einen Bausatz inklusive Sensor, Chip, Kabeln und alles was dazu gehört variieren je nach Lieferanten/Hersteller. Alle Einzelteile für den günstigsten Bausatz belaufen sich auf rund 30 Euro. Eine Einkaufsliste und Bauanleitung findet ihr hier auf der Projektseite.

Lange rede kurzer Sinn: Meinen Sensor habe ich am vergangenen Sonntag beim Hackday mit vielen anderen Interessierten TüftlerINNEN zusammengebaut und Zuhause gleich angebracht. Ein Ort war schnell gefunden und das Problem mit dem Strom gelöst. Den Sensor an den Gartenzaun gehängt und mit Hilfe eines Verlängerungskabel aus der Garage mit Strom versorgt. Im Anschluss nur noch das WLAN-Netzwerk in der Benutzeroberfläche des Feinstaubsensors eingerichtet und eine kurze Mail an das Team von Luftdaten.info gesendet – fertig.

Der Sensor misst neben den Feinstaubwerten auch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Mein Sensor misst jetzt minütlich den Feinstaub sowie Lufttemperatur und -feuchtigkeit. Die Daten werden automatisch an den Server übertragen und auf der Feinstaubkarte angezeigt.

Wer jetzt auch Feinstaub messen und bei dem Projekt mitwirken möchte kann sich entweder hier informieren oder zu einem Treffen von Code for Niederrhein kommen.

Noel Schäfer

Noel Schäfer ist Autor von netzgadget.de und studiert Innopreneurship an der Uni Duisburg. Neben dem Studium hat er sich mit der Digitalagentur TELEPANO und virtuellen 360°-Rundgängen selbstständig gemacht. Er ist außerdem regelmäßig bei VUCA-Podcast.de zu hören.

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